Bang Your Head: Leben im Metalcamp Insgesamt aber spricht die Polizei von einem »recht geordneten« Verlauf. Schon bei den Anfahrtskontrollen am Donnerstag habe sich gezeigt, dass die Besucher des »Bang Your Head«-Festivals »nicht auf Randale und Ärger, sondern auf kollektiven Hardrock-Musikgenuss« aus gewesen seien, heißt es im Polizeibericht. Es habe keine größeren Beanstandungen gegeben. Lediglich ein Biker war durch das »röhrende Motorengeräusch« seiner Maschine aufgefallen. Mehr als 120 Dezibel produzierte das Motorrad, erlaubt sind maximal 90. Die Beamten zogen den Chopper des Bikers aus dem Allgäu kurzerhand aus dem Verkehr.
»Fast zu einem Schmunzeln« habe die Polizisten in der Nacht zum Sonntag ein Einsatz auf dem Metal-Camp veranlasst. Der Weg zur Toilette war ihm wohl zu weit gewesen: Dass ein 37-Jähriger in sein Dreimann-Zelt pinkelte, passte seinen 27- und 21-jährigen »Mitbewohnern« gar nicht. Polizeibeamte mussten schlichten.
Beschwerden wegen Ruhestörungen in der Nacht hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren in Grenzen gehalten. Offenbar zeigte die Verlagerung der Aftershow-Partys in die Messehalle Wirkung.
Auch die Abfahrtskontrollen am Sonntag in Richtung Autobahn beim »Kühlen Grund« hätten bestätigt, dass die Festivalbesucher »insgesamt vernünftig waren«. Bis zum späten Vormittag fiel den Beamten kein alkoholisierter oder »in anderer Weise berauschter« Verkehrsteilnehmer auf.
Die befürchteten Hitze-Probleme blieben aus. Dennoch hatten Helfer des Deutschen Roten Kreuzes viel zu tun. Kreisbereitschaftsleiter Dietmar Dieter spricht von einem »anstrengenden Open-Air-Wochenende«. 420 Hilfeleistungen und 19 Klinikfahrten wurden gezählt. »Alle möglichen Erkrankungen und Verletzungen« seien behandelt worden – von Verstauchungen und Frakturen bis zum akuten Zahn-Problem. Einige völlig erschöpfte Festivalgäste nahmen im DRK-Zelt eine Auszeit.
Zu Spitzenzeiten waren rund 50 ehrenamtliche Kräfte sowie mehrere Notärzte im Einsatz. Die Helfer waren seit Donnerstag sowohl auf den Campingplätzen als auch auf dem Festivalgelände eingesetzt. Eine DRK-Einsatzleitung vor Ort sorgte für ein reibungsloses Zusammenwirken mit der Leitstelle.
Dieters Fazit: »In der Summe war es ein durchschnittliches Bang Your Head.«